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Sozial Schwache sind bei Pflegeleistungen benachteiligt

Ob pflegende Angehörige die nötige Unterstützung erhalten, hängt stark vom sozialen und finanziellen Hintergrund der Familie ab. Außerdem schultern Angehörige den Löwenanteil bei der Pflege in den eigenen vier Wänden. Mehr als die Hälfte alle Pflegehaushalte verzichtet hierzulande komplett auf professionelle Hilfe. Das geht aus einer Erhebung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hervor. Nur zehn Prozent der anfallenden Arbeiten übernehmen demnach professionelle Dienste. Drei Viertel der pflegenden Angehörigen sind nicht oder in Teilzeit beschäftigt, um sich um Familienmitglieder kümmern zu können. Damit riskierten sie, im Alter selbst mit wenig Geld dazustehen, so die Autoren der Studie. Zudem sei die private Anstellung einer professionellen Kraft "nur für Haushalte aus stärkeren sozioökonomischen Milieus finanzierbar". Würde die Politik zu stärkeren Kontrollen greifen, um die Einhaltung von Mindestlohn und Arbeitszeitbestimmungen für diese Personen sicherzustellen, würde sich die häusliche Rundumpflege weiter verteuern und die soziale Spaltung noch verstärken. Durchschnittlich ermittelten die Forscher rund 360 Euro an monatlichen Ausgaben, die nicht durch sogenannte Sachleistungen der Pflegeversicherung ersetzt würden. 

Außerdem erreichten die Angebote zur Pflegeberatung Personen aus bildungsfernen Schichten oft nicht. Offenbar seien sie häufig auch mit den bürokratischen Anforderungen der Pflegeorganisation überfordert. Auffällig sei, so die Wissenschaftler, dass Pflegebedürftige in einkommensstarken Haushalten oft in höhere Pflegestufen eingruppiert sind als solche aus sozial schwächeren Kreisen. Es gelinge den Angehörigen höherer Schichten besser, gegenüber der Pflegeversicherung einen größeren Bedarf geltend zu machen, schlussfolgern die Wissenschaftler daraus. 

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