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Zu wenig Hebammen: Kreißsäle müssen schließen

Die Geburtshilfen in Bayern stecken in der Krise. Nach Schließungen der Kreißsäle in Bad Tölz und Gräfelfing haben weitere Kliniken angekündigt, ihre Versorgung bei der Geburtshilfe einzuschränken oder ganz aufzugeben. Darunter sind die Kliniken in Bad Aibling, Erding und Gräfelfing. Ein Grund für ihre Entscheidung sind nach Klinikangaben Personalengpässe bei Hebammen. 

Ganz geschlossen wird der geburtshilfliche Bereich der RoMed Klinik Bad Aibling. Trotz regelmäßiger Stellenausschreibungen und intensiver Suche nach Freiberuflichen hätte die Klinik keine Hebammen finden können, teilte die Klinik mit. Simone Donhauser, Sprecherin der Beleghebammen an der RoMed Klinik Bad Aibling, berichtet: „Der bundesweite Hebammenmangel ist leider auch bei uns angekommen. Weiter steigende Haftpflichtprämien bei Ärzten und Hebammen machen die Suche für Belegabteilungen nicht einfacher.“

Im Juli, August und September wird auch die Geburtshilfe des Klinikums Landkreis Erding nur eingeschränkt arbeiten. In dieser Zeit würden nur geplante Kaiserschnitte gemacht, kündigte die Klinik an. Grund hierfür seien ebenfalls Personalengpässe. Die Beleghebammen-Gemeinschaft, mit der die Klinik zusammenarbeitet, habe derzeit zu wenige Mitglieder. „Trotz intensiver Suche nach weiteren Kolleginnen zur Ergänzung des bestehenden Teams und massiver Unterstützung durch das Klinikum Landkreis Erding ist es den freiberuflichen Hebammen nicht gelungen, die Besetzung des Kreißsaals im Sommer durchgehend zu sichern“, gab die Klinik bekannt. Die weitere Entwicklung werde nun auch vom Ausgang des Schiedsspruchs mit dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zur Vergütung der Geburtshilfe bei Beleghebammen Anfang Juli abhängen.

Die Hebammenverbände und der GKV-Spitzenverband verhandeln seit vergangenem Sommer über die Honorare für freiberufliche Hebammen. Der GKV-Spitzenverband schlägt vor, die Arbeit der Beleghebammen künftig besser zu bezahlen. Für jene freiberuflichen Hebammen, die Geburten in Kliniken betreuen, soll die Vergütung um bis zu 30 Prozent steigen. Er hat dazu Anfang März 2017 die Schiedsstelle angerufen. Die erste Sitzung am 19. Mai 2017 blieb ohne Ergebnis. 

Mit Blick auf die Vergütung haben die Grünen kürzlich in ihrem Wahlprogramm festgeschrieben, dass sie sich bei angestellten und freiberuflichen Hebammen und Entbindungspflegern für eine bessere Vergütung stark machen wollen. 

Die Prämien für die Gruppenhaftpflichtversicherung für Hebammen steigen unterdessen weiter, teilte die Deutsche Hebammenverband am Donnerstag mit. Anfang Juli erhöht sich der jährliche Beitrag auf 7.639 Euro. Im Juni vergangenen Jahres lag der Beitrag noch bei 6.843 Euro pro Jahr. (HB)

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