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Reform der Pflegeberufe: "Die Katze im Sack beschlossen"

Die Pflegeszene hat auf das am Donnerstag beschlossene Pflegeberufegesetz mit Unsicherheit und Enttäuschung reagiert. „Der VPU bewertet die große Reform als gescheitert, und das bedauern wir zutiefst“, sagte Irene Maier, zweite Vorsitzende des Verbands der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätskliniken Deutschlands (VPU), am Donnerstag auf dem Hauptstadtkongress in Berlin. Sie kritisierte vor allem, dass das Gesetz ohne vorliegende Ausbildungs- und Prüfungsverordnung verabschiedet wurde. Damit wurde die sprichwörtliche „Katze im Sack“ beschlossen, so Maier. Auch Bernd Tews, Geschäftsführer des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) monierte, dass das Gesetz ohne klare Ausbildungsinhalte nur eine „Hülle“ sei. Die Altenpflege sei zwar aufrecht erhalten worden, aber ob die zentralen Inhalte für die Altenpflege in der Ausbildungsordnung noch vertreten seien, sei völlig unklar. 

„Nicht ganz unzufrieden“ zeigte sich Frank Weidner, Direktor des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung (DIP). „Die Generalistik ist drin und darauf kann und muss man aufbauen“, sagte der Professor für Pflegewissenschaft. Er kritisierte allerdings, dass die beiden Abschlüsse der Alten- und Kinderkrankenpflege erhalten geblieben seien – diese Bildungssackgassen seien europarechtlich gar nicht zulässig. „Das ist als würde man den Euro einführen und weiter mit der D-Mark zahlen wollen.“ Positiv bewertete Weidner die im Gesetz festgehaltenen Vorbehaltsaufgaben und die nun regulär bestehende Möglichkeit der hochschulischen Ausbildung.

Wie sich das neue Gesetz auf die Situation in der Altenpflege auswirken wird, wurde unterschiedlich bewertet. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel gab sich sicher, das „wir, noch bevor das Gesetz in Kraft tritt, eine bessere Bezahlung in der Altenpflege haben“. Irene Maier hingegen befürchtete, „dass gerade für die Altenpflege die Ausbildungszahlen zurückgehen werden“. Zudem sei mit einer hohen Verunsicherung in den Pflegeschulen und Organisationen zu rechnen. „Das wird eine extreme Herausforderung, für Pädagogen, Manager und Mitarbeiter.“ (BT)

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