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Gröhe fordert besseren Zugang zu Reha

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat angemahnt, dass mehr Menschen Rehabilitationsleistungen erhalten. „In der Praxis wird immer wieder davon berichtet, dass allein der Zugang zu Maßnahmen der Rehabilitation oft eine erhebliche Hürde darstellt“, sagte Gröhe heute bei einer Fachtagung in Berlin. Der Bundesgesundheitsminister kritisierte die aus seiner Sicht zu niedrige Zahl an Rehabilitationsempfehlungen bei Pflegebegutachtungen durch die Medizinischen Dienste der Krankenversicherung. 2015 wurde bei Regelbegutachtungen aufgrund beantragter ambulanter Leistungen in knapp 30.000 Fällen eine Empfehlung für eine medizinische Rehabilitation ausgesprochen. Dies entspricht einer Empfehlungsquote von 2,3 Prozent. 2014 lag sie bei einem Prozent, 2013 bei 0,7 Prozent. „Die Richtung stimmt, aber man kann auch sagen: Da ist noch gewaltig Luft nach oben“, so Gröhe.

Der Bundesgesundheitsminister machte weitere Hürden für die Reha aus. So schreckten insbesondere ältere Menschen noch häufig davor zurück, eine Reha anzutreten. Zudem sei das Angebot an Rehamaßnahmen zu „unübersichtlich und uneinheitlich“, sagte Gröhe. Es sei nun ein Kraftakt nötig, um die Hindernisse für den Zugang zu Rehamaßnahmen zu überwinden.

Notwendig sei unter anderem, dass die Zugangsmöglichkeit für Pflegebedürftige besser ausgeschöpft und ausgebaut wird. Bei den Empfehlungsquoten werde „mindestens eine Verdreifachung“ benötigt. Er mahnte zudem bessere Informationen und Beratung an: „Ich möchte die Kostenträger ausdrücklich darum bitten zu überprüfen, ob sie genug tun, um über Prävention und Reha umfassend zu informieren und zu beraten“, sagte Gröhe. Er kündigte an, dass das Bundesgesundheitsministerium Projekte fördern wolle, bei denen Leistungen der Prävention, Rehabilitation und Pflege trägerübergreifend und sektorenverbindend erbracht werden.

Monika Kücking, Leiterin der Abteilung Gesundheit beim GKV-Spitzenverband, begrüßte die Zusage der Fördergelder. Sie wies jedoch Gröhes Kritik an den Zugangshürden zurück. „Dass der Zugangsweg eine extreme Hürde ist, kann ich nicht erkennen“, so Kücking. Sie machte darauf aufmerksam, dass nach der Einführung des optimierten Begutachtungsstandards die Empfehlungsquoten gestiegen seien. Der Begutachtungsstandard wird seit 2015 flächendeckend angewendet. Kücking geht zudem davon aus, dass mit dem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff, der seit Jahresbeginn gilt, auch die Zahl der Empfehlungen steigen werde. Die neuen Pflegebegutachtungen lieferten bessere Hinweise dazu, wo ein Bedarf für eine Reha-Maßnahme bestehe. (HB)

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