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Ergebnisse des Pflege-Reports überraschen Pflegeverbände nicht

Für die großen Pflegeverbände in Deutschland sind die am Mittwoch veröffentlichten Ergebnisse des Pflege-Reports 2017 über den Einsatz von Psychopharmaka in Pflegeheimen keine Überraschung. 

„Die stationären Pflegeeinrichtungen benötigen mehr und besser ausgebildetes Personal“, wiederholte deshalb der Präsident des Deutschen Pflegerats, Andreas Westerfellhaus, am Donnerstag seine Forderung. Weit über die Hälfte der befragten Pflegefachpersonen gebe an, dass aufgrund von Zeitdruck zu wenig nicht-medikamentöse Interventionen bei an Demenz erkrankten Personen zum Einsatz kämen. Dabei seien Pflegende „massiv mit den Symptomen von herausforderndem Verhalten bei Demenz belastend konfrontiert“ und benötigten deshalb Unterstützung. Der AOK Bundesverband stehe hier in der Pflicht, sich endlich an die Spitze der Kostenträger zu stellen, um die Arbeitsbedingungen der professionell Pflegenden zu verbessern. Mehr Kollegen in der Pflege sicherten und gewährleisteten Patientensicherheit bei zugleich weniger Psychopharmaka.

Auch der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) kritisierte, dass die notwendige Zeit für eine angemessene Betreuung von Patienten mit kognitiven Einschränkungen und auffälligen Verhaltensweisen fehle. Bisher lasse man die Pflegenden mit diesem Problem weitgehend allein. Dabei gebe es für die Betreuung von Menschen mit Demenz und den Umgang mit ihren Krankheitssymptomen wissenschaftlich evaluierte bewährte Pflegekonzepte. „Sie im Alltag umzusetzen, erfordert allerdings hohe fachliche Kompetenz und die nötigen Zeitressourcen. An beidem wird seit langem gespart, Personalnot und stetig zunehmender Zeitdruck führen zu einer Überlastung der Pflegefachpersonen im Umgang mit schwer demenziell erkrankten Pflegeheimbewohnern. Das Ruhigstellen durch den ‚chemischen Cocktail‘ kann und darf aber keine Lösung sein“, sagte DBfK-Sprecherin Johanna Knüppel am Donnerstag in Berlin. (MIL)

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