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DKG und NRW für Gesamtkonzept der Pflegeausbildung

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) blicken positiv auf mögliche Kompromisse bei der Reform der Ausbildung in der Pflege. DKG-Präsident Thomas Reumann sagte jedoch am Mittwoch bei einer Pressekonferenz anlässlich der Präsentation der DKG-Positionen für die nächste Wahlperiode, entscheidend sei das Kleingedruckte. Details des Kompromisses zwischen CDU/CSU und dem stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden Karl Lauterbach etwa in Bezug auf das Curriculum einer künftigen generalistischen Ausbildung sind noch nicht bekannt. Der Kompromiss ist nach Widerstand aus der SPD-Fraktion und Kritik an Lauterbachs Verhandlungsführung möglicherweise auch bereits wieder hinfällig.

DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum betonte auf der Pressekonferenz, dass „die Umsetzung in der Praxis auf jeden Fall komplizierter werde als der Status quo“. Eine Herausforderung für die Krankenhäuser sei beispielsweise die Bereitstellung von Ausbildungskapazitäten für Auszubildende der Generalistik in der Kinderkrankenpflege. Der Kompromissvorschlag sieht die Überführung der bisherigen Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege hin zu einer generalistischen Ausbildung vor, der dann auch Praxiseinsätze in der Kinderkranken- und Altenpflege beinhalten würde. Die DKG bekenne sich aber insgesamt zur Generalistik. 

Steffens kritisierte zwar bislang stets eine Vereinheitlichung aller drei Pflegeberufe. „Wenn es zur Pflegeberufereform einen Kompromiss gibt, der die gemeinsamen Kompetenzen der drei Pflegeausbildungen stärkt, aber die Kinderkrankenpflege und die Altenpflege als eigenständige Berufsabschlüsse erhält, würde ich das sehr begrüßen“, sagte sie am Mittwoch. Wichtig sei aber, dass die Regierungsfraktionen das Gesetzgebungsverfahren neben der Grundsatzentscheidung auch nutzten, um weitere handwerkliche Fehler der bisherigen Gesetzentwürfe zu beseitigen. Hierzu zähle vor allem, dass die Auszubildenden länger in den jeweiligen Betrieben eingesetzt werden müssen und die Betriebe sich auf eine volle Kostenerstattung der Ausbildungskosten verlassen könnten.

Fatal wäre es hingegen, wenn innerhalb der Großen Koalition im Wege eines Deals zwischen CDU und SPD das Gesetz zum Verbot des Apothekenversandhandels geopfert würde, um im Gegenzug die geplante Reform der Pflegeberufe ohne sinnvolle Änderungen durchzusetzen, warnte Steffens weiter. „Nur um kurz vor Ende der Legislaturperiode zu demonstrieren, man sei noch in der Lage, offene Baustellen abzuräumen – dies wäre eine Mit-dem-Kopf-durch-die-Wand-Mentalität, die viel Schaden anrichtet.“ (BAL, MIL)

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