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Medizinische Fakultäten wollen UKGM in öffentlicher Hand

Der Medizinische Fakultätentag (MFT) hat der hessischen Landesregierung empfehlen, das privatisierte Universitätsklinikum Marburg und Gießen (UKGM) wieder in die Verantwortung der öffentlichen Hand zu überführen. Sollte es zur Übernahme des derzeitigen Betreibers, der Rhön-Klinikum AG, durch den Gesundheitskonzern Fresenius kommen, habe das Land ein Rücknahmerecht, von dem es in diesem Fall Gebrauch machen sollte. Das geht aus einer gestern veröffentlichten Resolution hervor.

Alternativ zur Rückübernahme schlägt der MFT ein Betreiben des Klinikums in öffentlich-privater Partnerschaft vor. Auf diese Weise könne sichergestellt werden, dass sowohl das Land als auch die Universität über Einwirkungs- und Steuerungsmöglichkeiten verfügten, auf die das Land bisher verzichtet habe. Zudem drängte der Fakultätentag auf vertragliche Grundlagen für eine Trennungsrechnung, um zu garantieren, dass den Fachbereichen zugewiesene Landesmittel künftig ausschließlich für Forschung und Lehre verwendet würden. „Ein reiner Betreiberwechsel kann keine Option sein“, heißt es im Resolutionstext.

Grundlage für die Empfehlungen der Medizinischen Fakultäten sind die jüngsten Diskussionen um eventuelle Stellenstreichungen und Sparmaßnahmen am UKGM. Bereits 2009 habe der Wissenschaftsrat auf die 2011 fällige Bedienung von Krediten für Bauinvestitionen und Großgeräte hingewiesen. Die im Frühjahr dieses Jahres angekündigten Maßnahmen der Geschäftsführung sowie die Reaktionen der Betriebsräte, Fachbereichsräte und Senate an beiden Standorten sowie der Landesregierung hätten zu der Erkenntnis geführt, „dass eine fruchtbare Entwicklung der UKGM GmbH unter Leitung der Rhön-Klinikum AG nicht mehr möglich ist“, hieß es gestern in einer Mitteilung des MFT. Zudem liege bis heute kein Konzept für die Betreibung des 120 Millionen Euro teuren Partikeltherapie-Zentrums vor.

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