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Ergebnisse des Organspende-Gipfels in der Kritik

Nach dem gestrigen Organspende-Gipfel hat SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier alle Beteiligten zu glaubhaften Konsequenzen aufgefordert, um das Vertrauen in dei Organspende wiederherzustellen. Nötig seien Strukturen, die regelwidriges und kriminelles Verhalten soweit wie möglich ausschließen, sagte er heute vor einem Treffen der Bundestagsfraktionsvorsitzenden mit Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Berlin. „Schon heute ist klar, dass sowohl die Vergütungsregeln als auch die beruflichen Anreizregeln für Chirurgen, die Zahl der Transplantationszentren, die Institutionen der Selbstkontrolle der Ärzte und die strafrechtlichen Rahmenbedingungen auf den Prüfstand gehören“, so Steinmeier.

Gestern hatte sich Bahr mit Vertretern von Ländern, Ärzten, Krankenkassen und Kliniken auf schärfere Kontrollen und Sanktionsmöglichkeiten verständigt, um Manipulationen bei der Vergabe von Spenderorganen künftig auszuschließen. So soll es in den Kliniken ein Sechs-Augen-Prinzip bei der Organvergabe geben, Klinikdirektoren sollen in ihrem Haus künftig auch persönlich zur Rechenschaft gezogen werden können. Die Prüfkommission der Bundesärztekammer soll aufgestockt werden, die Länder verstärkt bei Inspektionen in den Kliniken teilnehmen können. Boni an Ärzte für viele solcher Eingriffe sollen entfallen.

Kritisch äußerte sich der Vorsitzende der Deutschen Hospizstiftung, Eugen Brysch: "Bei der Organspende liegt in Deutschland der Fehler im System. Viel zu viele Akteure reden mit. Es herrscht die organisierte Verantwortungslosigkeit", sagte er in der heutigen Ausgabe der „Ruhr Nachrichten“. Nötig sei, dass der Staat klare Vorgaben für die Verteilung von Organen mache. Gesundheitsminister Bahr tue aber nichts in dieser Hinsicht und agiere als Schutzpatron der Selbstverwaltung.

Laut einem gestern veröffentlichten Bericht der Bundesärztekammer sind bei einer stichprobenartigen Untersuchung zwischen 2000 und 2011 in 31 Fällen Verstöße bei der Organvergabe festgestellt worden. 21 dieser Verstöße seien den Behörden mitgeteilt worden. In Deutschland wurden in diesem Zeitraum 50 739 Organtransplantationen an die zuständige Stiftung Eurotransplant gemeldet.

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