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Hygieneexperte wirft Charité Schlamperei vor

Der Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene Klaus-Dieter Zastrow hat schwere Vorwürfe gegen Ärzte und Pflegende auf der Frühgeborenenstation der Berliner Charité erhoben, auf der ein Säugling infolge einer Infektion mit Serratien-Keimen gestorben war. Sieben weitere Säuglinge sind bislang erkrankt, bei 15 wurde der Keim nachgewiesen. Wie die Keime auf die Station gelangt sind, ist noch unklar. Zastrow warf den verantwortlichen Ärzten und Schwestern Schlamperei vor und forderte ihre sofortige Entlassung.

„Was wollen Sie mit Mitarbeitern, die sich trotz intensiver Ausbildung nicht an Regeln halten und damit Gesundheit und Leben ihrer Patienten aufs Spiel setzen. Man muss da zu drastischen Konsequenzen greifen, auch, weil ihr Verhalten gravierende Folgen für die erkrankten Kinder haben kann“, sagte Zastrow der Zeitung. Die Zahl der Fälle spreche für ein erhebliches Fehlverhalten und sei „ein Zeichen von Schlamperei“, weil die Keime nur vom Menschen übertragen werden könnten. Dabei galten gerade auf den Frühgeborenenstationen besondere Vorschriften. Dass diese nicht eingehalten würden, sei keine Besonderheit der Charité. „Das erleben wir in vielen Krankenhäusern. Da gibt es Ärzte oder Schwestern, die mit besonders gefährdeten Patienten arbeiten und trotz der Vorschriften Ringe tragen oder sich die Hände eben nicht desinfizieren.“ Allerdings seien auch der Personal- und Zeitmangel in den Krankenhäusern ein reales Problem.

Während sich Pflegende normalerweise um jeweils ein Frühchen kümmern sollten, sei das meist nicht möglich. Müssten dann bei mehreren Säuglingen gleichzeitig die Infusionen gewechselt werden, könne es schon vorkommen, dass nicht an eine Zwischen-Desinfektion gedacht werde. „Aber das muss man dann zumindest anzeigen.“ In Bremen etwa sei dies seitens des Pflegepersonals geschehen, weshalb in der Konsequenz der geschäftsführende Direktor habe gehen müssen. Auch die Auslagerung von Reinigungsarbeiten und die Durchführung durch nicht ausreichend qualifizierte Mitarbeiter sei ein Problem, allerdings in diesem Fall irrelevant, da Putzfrauen nicht in Kontakt mit Neugeborenen kämen.

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