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Psychische Erkrankungen weiter auf dem Vormarsch

Psychische Erkrankungen waren 2012 die zweithäufigste Ursache für Krankschreibungen und Fehlzeiten, gleich nach Muskel- und Skeletterkrankungen. Das ergab eine repräsentative Auswertung der Daten von 2,7 Million Erwerbstätigen durch die DAK Gesundheit. Um vier Prozent nahmen die psychischen Erkrankungen danach in den vergangenen zwölf Monaten zu, während der Krankenstand insgesamt um 0,1 Prozentpunkte nachgab und bei 3,8 Prozent lag. DAK-Versicherte waren 2012 durchschnittlich 14 Tage arbeitsunfähig, die durchschnittliche Dauer der Krankschreibung bei psychischen Ursachen allerdings beträgt 33 Tage.

Der seit Jahren anhaltende Vormarsch der psychischen Erkrankungen wird damit aus Sicht der Kasse immer mehr zum Problem für die Arbeitswelt, die etwa im Bereich Work-Life-Balance gegensteuern sollten, zum Beispiel mit Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Auch sollte es spezielle Angebote für ältere Arbeitnehmer geben, um die Lebensarbeitszeit zu verlängern.

Wie die „Bild“-Zeitung heute unter Berufung auf eine Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin meldet, haben 43 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland das Gefühl, dass der Stress am Arbeitsplatz in den vergangenen zwei Jahren zugenommen hat. Mehr als die Hälfte litten unter Termin- und Leistungsdruck, 44 Prozent gaben an, ihre Arbeit für Telefonate und E-Mails unterbrechen zu müssen. Gut jeder vierte Arbeitnehmer lässt laut der Studie Pausen ausfallen, weil diese nicht in Abläufe passen oder zu viel Arbeit es einfach nicht zulasse. Auch klagte laut „Bild“ jeder zweite Beschäftigte über Rückenschmerzen, jeder dritte über Kopfschmerzen, jeder vierte über Schlafstörungen und jeder fünfte über körperliche oder emotionale Erschöpfung. Fast die Hälfte der 17.000 Befragten arbeitet nach eigenen Angaben mehr als 40 Stunden pro Woche, rund ein Sechstel sogar mehr als 48 Stunden.

„Stress bei der Arbeit kann vorkommen, aber nicht dauerhaft“, zitiert die Zeitung Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Auf Grundlage der Studie wolle sie „dem chronischen Stress den Kampf ansagen und erwarte, dass die Betriebe mitziehen“.

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