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Verdi-Vertreterin warnt vor Gefahren für Patienten

Die mangelnde Ausstattung mit Pflegepersonal an der Berliner Charité stellt nach Ansicht von Verdi-Landesbezirksfachbereichsleiterin Meike Jäger eine Gefahr für Patienten dar. Im Interview mit dem Fachportal Station24 sagt Jäger: „Wir wollen eine gute Versorgung der Patienten. Jetzt entstehen Situationen, die schon hart an der Grenze zur Gefährdungssituation sind – nicht nur für die Beschäftigten, weil sie ihre Gesundheit opfern, sondern auch für die Patienten.“

Verdi verhandelt mit der Charité derzeit über einen neuen Tarifvertrag, der das Verhältnis von Pflegekräften zu Patienten erhöhen soll. „Die Gesprächsatmosphäre war wider Erwarten sehr gut“, berichtet Jäger nach dem ersten Verhandlungstag. Am Donnerstag gehen die Gespräche weiter. Arbeitsniederlegungen seien noch nicht vom Tisch: „Ob wir in der Zukunft Streiks haben werden, das weiß jetzt noch niemand.“

Die Gewerkschaft fordert eine Mindestbesetzung auf den Stationen. Eine Forderung lautet „Keine Nacht alleine“ – keine Pflegekraft soll alleine auf einer Station Dienst haben. Auf Intensivstationen soll aus Verdi-Sicht künftig eine Pflegekräfte höchstens zwei Patienten, auf einer Normalstation fünf betreuen. „Wir wollen eine gute Versorgung der Patienten“, sagt Jäger. Auch die Situation Auszubildender solle verbessert werden, sie sollten nicht mehr als Fachkräfte eingesetzt werden, um „Löcher zu stopfen“.

Verdi fordert etwa 300 zusätzliche Pflegestellen an der Berliner Großklinik. Die Zahl ergebe sich aus Hochrechnungen auf Basis von Überstunden und der Menge der Leiharbeitskräfte. In den Jahren 2008 bis 2009 habe die Charité in dieser Größenordnung Pflegepersonal abgebaut, erklärt Jäger. Es gehe bei den laufenden Tarifverhandlungen nicht um mehr Geld für die Charité-Mitarbeiter. Dafür gebe es einen geltenden Mantel- und Entgelttarif.

Bei den Tarifverhandlungen setze die Gewerkschaft auf eine breite Solidarität. „Gerade im Bereich der Assistenzärzte gibt es sehr viel Unterstützung“, berichtet Jäger. Die Ärzte litten selbst unter schlechten eigenen Arbeitsbedingungen, und unterstützten die Pflegekräfte in ihren Forderungen deshalb.

Das vollständige Interview mit Meike Jäger dkönnen Sie als Audio-Podcast unter www.station24.de hören.

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