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„Weg mit PEPP"

Die Gewerkschaft Verdi fordert gemeinsam mit Ärzte- und Sozialverbänden das neue Pauschalierende Entgeltsystem in Psychiatrie und Psychosomatik (PEPP) nicht einzuführen. Nach Angaben der Initiative „PEPP nicht einführen“ schlossen sich in wenigen Tagen zahlreiche ärztliche Klinikleitungen und Chefärzte dem Aufruf an. Es seien bereits 2.000 Unterschriften gesammelt worden. Seit Jahresbeginn läuft eine Testphase des neuen Finanzierungssystems in psychiatrischen Kliniken.  PEPP weist Parallelen zum System der diagnosebezogenen Fallpauschalen (DRG) zur Vergütung von Krankenhausleistung bei somatischen Erkrankungen auf. Es soll das derzeitige System, in dem Kliniken für die Betreuung von Patienten Tagessätze erhalten, schrittweise ablösen.

„Wir befürchten einen weiteren Personalabbau in der Psychiatrie“, warnte Dr. Ingrid Munk vom Arbeitskreis der Chefärzte an Psychiatrie-Kliniken (ACKPA). Ihr Verband vertrete Chefärzte von mehr als 218 Kliniken. Munk verwies darauf, dass in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten die Anzahl der Betten in stationären psychiatrischen Einrichtungen deutlich abgebaut worden sei, zu Gunsten der ambulanten Versorgung. Dies sei eine gute Entwicklung im Interesse einer guten Patientenversorgung gewesen. Mit der Einführung von PEPP drohe dieser Fortschritt verloren zu gehen.

Munk forderte die Politik deshalb auf, auf PEPP zu verzichten und dafür mehr Anstrengungen für die Schaffung einer sektorenübergreifenden Versorgungsstruktur aufzuwenden. Die Selbstverwaltung aus Krankenkassen, Kassenärztlichen Vereinigungen und Krankenhäusern müsse per Gesetz dazu verpflichtet werden, Modellversuche durchzuführen.

Ins gleiche Horn stieß Prof. Rolf Rosenbrock, Vorsitzender des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.  Derzeit scheuten die Kassen solche Versuche aus Kostengründen. Die Krankenkassen fürchteten, steigende Ausgaben nur mit einer Erhöhung der Einnahmen finanzieren zu können, und das gehe nur über die Erhebung von Zusatzbeiträgen. In der Vergangenheit führten Zusatzbeiträge jedoch dazu, dass einzelnen Krankenkassen die Versicherten in Scharen davonliefen – mit dem Ergebnis, dass die jeweiligen Kassen in Existenznöte kamen oder gar schließen mussten. „Aus diesem Grund sind die Kassen total avers gegenüber Modellversuchen“, erklärte Rosenbrock.

Er forderte die Politik auf, erstens das System einkommensunabhängiger Zusatzbeiträge in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) abzuschaffen und zweitens zu überlegen, wie weiter Betten im stationären zu Gunsten einer besseren ambulanten Betreuung abgebaut werden könnten. Das System von Fallpauschalen sei bei psychischen Erkrankungen nicht anwendbar. Denn: „Man kann bei psychischen Erkrankungen nicht von der Diagnose auf den Behandlungsaufwand schließen.“

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