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Transparency warnt vor Betrug und Korruption in der Pflege

Transparency International fordert mehr Transparenz in der Pflege. Eine entsprechende Studie hat die Antikorruptionsorganisation heute in Berlin vorgestellt. Darin untersuchen die Autoren vermeintliche Schwachstellen im System der Pflege in Deutschland. Hierzulande existieren demnach zu wenig Transparenz und Kontrollmöglichkeiten für die Betroffenen.

Durch die Vielzahl an Akteuren und Vorschriften entstünden „Einfallstore für Betrug und Korruption“, sagte Co-Autorin Barbara Stolterfoht . Die Verfasser zählen hierzu auch die Finanzierung des „Produkts Pflege“, die für Betroffene schwer durchschaubar und überhaupt nicht kontrollierbar sei. Zwar hätten die Beitragszahler Mitwirkungs-, jedoch keine Mitbestimmungsrechte.

Intransparenz sowohl der Kontrollen als auch der Kontrolleure des System bemängeln die Antikorruptionskämpfer ebenso. Selbst die 2008 eingeführten Transparenzberichte für Pflegeheime hätten gravierende Mängel. So könne die veröffentlichte Durchschnittsnote einer Einrichtung beispielsweise mit der Bewertung des Essens und des Freizeitsangebots verändert werden, womit unter Umständen eine schlechtere pflegerische Versorgung ausgeglichen würde.

Auf staatlicher Seite sieht Transparency Probleme bei der gesetzliche Rahmengebung . So seien für die Ausübung der selbstständigen Tätigkeit als Berufsbetreuer keine berufsrechtlichen Zugangskriterien vorgesehen. Zwar würde der Zugang von den Betreuungsbehörden reguliert, jedoch ohne dass deren Kriterien für Dritte nachvollziehbar wären. Zudem sei die gerichtliche Kontrolle durch Rechtspfleger unterbesetzt. Auf einen Rechtspfleger komme nach Angaben der Organisation die Aufsicht über 900 bis 1.000 Verfahren.

Transparency Deutschland kritisiert seit vielen Jahren die aus ihrer Sicht wachsende Korruption im Gesundheitswesen. Ihren Angaben zufolge verschwinde durch Bestechung , Betrug und Verschwendung ein beträchtlicher Teil der Versichertengelder im System, ohne dass es der Gesundheit der Patienten zugute kommt.

Weitere Informationen zur Studie finden Sie im Original-Dokument zur Studie auf der Webseite von Transparency Deutschland (Link).

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