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Ärzte und Pflegekräfte sollen für US-Militär gefoltert haben

Ärzte und Pflegekräfte des US-Militärs sollen im Zuge des „Krieges gegen den Terror“ seit dem 11. September 2001 an Folter und Übergriffen gegen Terror-Verdächtige beteiligt gewesen sein. Auf Geheiß des Verteidigungsministeriums und der CIA sollen sie ethische Grundsätze missachtet haben und bis heute verletzten. Das meldet die britische Zeitung „The Guardian“ heute unter Berufung auf einen Untersuchungsbericht aus der Feder des gemeinnützigen „Institute on Medicine as a Profession“ (IMAP), einem auf das Gesundheitswesen spezialisierten Think Tanks der Columbia University, und der Stiftungsgesellschaft Open Society Foundations des Milliardärs George Soros, die sich für Zivilgesellschaft und Demokratie einsetzt.

Ärzte und Pflegekräfte in Gefängnissen und Internierungslagern des Militärs wurden demnach angewiesen, das Gebot „First do no harm“, in etwa „Füge niemandem Schaden zu“, zu ignorieren und eventuelle Skrupel angesichts der angewandten Methoden und den Folgen für die Inhaftierten im Interesse des „intelligence gathering“, der Informationsgewinnung, zurückzustellen. Beide Berufsgruppen hätten sich etwa an der Zwangsernährung von Gefangenen im Hungerstreik beteiligten müssen, entgegen den Regeln des Weltärztebundes und der American Medical Association. Zudem seien Ärzte und Psychologen beordert worden, ihre ärztliche Schweigepflicht zu brechen und ihr Wissen um den physischen und psychischen Zustand von Inhaftierten mitzuteilen oder selbst ein Verhör zu führen. An Verhören beteiligte Mediziner seien vom Verteidigungsministerium auch nicht als Ärzte, sondern als „Sicherheitsoffiziere“ bezeichnet worden.

Gerald Thomson, Professor an der Columbia University und Mitglied der Arbeitsgruppe, die den von der Zeitung zitierten Untersuchungsbericht verfasst hat, warf dem Militär vor, den ärztlichen Ethik-Kodex im Namen der Nationalen Sicherheit übertrumpft zu haben. Ärzte seien so zu Erfüllungsgehilfen des Militärs geworden und hätten entgegen ethischen und praktischen Verhaltensregeln gehandelt. „Eine Uniform anzuziehen, bedeutet nicht und sollte nicht bedeuten, die fundamentalen Prinzipien medizinischer Berufsausübung außer Kraft zu setzen“, sagte IMAP-Präsident David Rothman der Zeitung. Grundsätze wie „Do no harm“ und das Priorisieren des Patienteninteresses müssten für alle Mediziner gelten, unabhängig davon, wo sie praktizierten.

Laut dem „Guardian“ fordert die Arbeitsgruppe eine vollständige Untersuchung der Rolle medizinischer Berufsgruppen in Internierungslagern und Gefängnissen des Militärs sowie die Veröffentlichung von Ermittlungen des Geheimdienstausschusses des Senats zu den Praktiken der CIA. Zudem müsse geregelt werden, dass Ärzte und Psychologen, die für das Militär arbeiten, künftig in der Lage sind, den ethischen Leitsätzen ihrer Profession zu folgen. Auch dürften sie nicht an Verhören beteiligt oder zum Teilen von Informationen über ihre Patienten aufgefordert werden.

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