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Jedes zweite Allgemeinkrankenhaus schreibt rote Zahlen

Jedes zweite Allgemeinkrankenhaus hat im vergangenen Jahr ein negatives Betriebsergebnis erzielt. Das geht aus dem heute veröffentlichten „Krankenhaus Barometer 2013“ des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) hervor. Damit ist der Anteil defizitärer Häuser im deutschen Klinikmarkt erheblich gestiegen: 2011 waren es nur 31 Prozent, 2012 nun 51 Prozent. Parallel verzeichneten 2011 noch 55 Prozent einen Jahresüberschuss, 2012 traf das nur noch auf 43 Prozent zu. Der Anteil der Kliniken mit ausgeglichenem Ergebnis halbierte sich, von 14 auf 7 Prozent.

Alfred Dänzer, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), sprach von einer dramatischen Verschlechterung. „Wenn mehr als die Hälfte der Kliniken rote Zahlen schreibt, dann liegt ein schwerer Systemfehler vor. Wir erwarten von den Koalitionsverhandlern, dass sie grundlegend verbesserte Rahmenbedingungen für die Krankenhäuser zum Thema machen“, sagte er heute in Düsseldorf zur Eröffnung des 36. Deutschen Krankenhaustages. Trotz des großen Handlungsdrucks stehe nach der letzten Verhandlungsrunde der Arbeitsgruppe Gesundheit und Pflege aber viel zu wenig zu Buche.

„Ein diskutierter 500-Millionen-Euro-Fonds zur Umwidmung von Kliniken ist für die weiter benötigten Krankenhäuser nicht zukunftsweisend. Wichtiger wäre ein klares Bekenntnis, dass die Kostenzuwächse - insbesondere die Personalkostenzuwächse - auch refinanziert werden“, so Dänzer. Zudem müssten die Investitionsmittel der Länder verdoppelt werden. Ohne verbesserte Rahmenbedingungen könnten die Krankenhäuser die zusätzlichen Belastungen aus der demografischen Entwicklung, dem medizinischen Fortschritt und den Qualitätserwartungen nicht schultern.

Kritik übte Dänzer heute in Düsseldorf zudem auch an den weiteren bisher bekannt gewordenen Verhandlungsergebnissen von Union und SPD im Themengebiet Gesundheit und Pflege. Besonders den Krankenkassen will die Politik demnach entgegenkommen, etwa indem das Mittel der Selektivverträge gestärkt wird. Dänzer sagte dazu in Düsseldorf, sein Eindruck sei, dass es dabei nicht um eine bessere Qualität in den Kliniken gehe, sondern darum, die Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu beschränken: „Letztlich ist die Pay-for-Performance-Diskussion doch eine verkappte Rabattdiskussion.“

Überfällige Reformen würden hingegen nicht angegangen, weil die potenziellen Koalitionäre sich „im Klein-Klein“ der Regulierung verlören. Insbesondere der geplanten neuen Behörde, dem Institut für Qualitätssicherung, gegenüber zeigte sich Dänzer kritisch. Noch mehr Bürokratie werde keine Probleme lösen. Generell sei die Qualität in Deutschland gut: „Alle mit dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) installierten Qualitätsmessungen bestätigen das hohe Qualitätsniveau der Krankenhäuser in Deutschland.“ Sicher gebe es immer Spielraum für Verbesserungen, aber von generellen Qualitätsdefiziten könne keine Rede sein.

Laut dem DKI-Barometer beendeten rund 57 Prozent der Krankenhäuser das Geschäftsjahr 2012 schlechter als das vorangegangene. 20 Prozent blieben ungefähr auf Vorjahresniveau, rund 23 Prozent verbesserten sich. Unter Berücksichtigung des Vergleichsjahres 2010, so das DKI, falle auf, dass zum zweiten Mal in Folge mehr als die Hälfte der Krankenhäuser eine Verschlechterung ihres Jahresergebnisses aufwiesen. Zudem hätten kleinere Häuser, mit weniger als 300 Betten, tendenziell schlechtere Jahresergebnisse. Rund 57 Prozent wiesen ein Defizit auf, 6,9 Prozent ein ausgeglichenes Ergebnis und lediglich 36,6 Prozent einen Überschuss. Häuser mittlerer Größe, mit 300 bis 600 Betten, erzielten hingegen am häufigsten Überschüsse und schrieben am seltensten rote Zahlen. Die Ergebnisse der Einrichtungen mit 600 Betten und mehr entsprächen meist dem Bundesdurchschnitt.

Im Frühjahr 2013, zum Zeitpunkt der Erhebung, beurteilten 53 Prozent der Krankenhäuser ihre wirtschaftliche Lage gegenüber dem DKI als unbefriedigend. Nur 13 Prozent bewerteten sie als gut, 34 Prozent waren unentschieden. Auch diese Werte zeigen eine Verschlechterung gegenüber 2011, als nur 43 Prozent unzufrieden waren und 27 Prozent die Lage als gut erachteten. Für 2014 erwarteten gar nur 22 Prozent eine Verbesserung, 39 Prozent eine Verschlechterung. 40 Prozent gingen davon aus, dass ich ihre Lage im Großen und Ganzen nicht verändern werde.

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