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Lieferengpässe: Hessens Apotheker schlagen Alarm

Der Hessische Apothekerverband (HAV) hat massive Lieferprobleme in der Arzneimittelversorgung beklagt. Neben den bereits im vergangenen Oktober gemeldeten und weiter bestehenden Engpässe bei Schilddrüsenmedikamenten gebe es nun auch bei einer steigenden Zahl weiterer Wirkstoffe Lieferschwierigkeiten. So seien bestimmte Hormonpflaster, gängige Schmerzmittel wie Lyrica oder Novaminsulfon-Tabletten, Antibiotika, Diabetes-Medikamente und Blutdrucksenker seit Wochen nicht bei den Herstellern erhältlich. HAV-Vize Hans Rudolf Diefenbach sprach heute von untragbaren Zuständen. „Jetzt ist es schon soweit, dass wir ein Kortison-Präparat zur Injektion, das gemäß Apothekenvertriebsordnung im Notfallsortiment jeder Apotheke sein muss, nicht mehr bekommen. Das ist einfach nur noch skandalös.“

Der Verband führt die Lieferengpässe auf die Rabattverträge der Hersteller mit den Krankenkassen zurück, weil diese für einen Preisverfall sorgten und so dazu führten, dass ausländische Märkte mit höheren Verkaufspreisen bevorzugt bedient würden. Diefenbach forderte Bundesgesundheitsminister Gröhe zu einem raschen Eingreifen auf. Auch als nicht ausgewiesener Gesundheitspolitiker „wird für ihn leicht nachvollziehbar sein, dass dies ein unhaltbarer Zustand ist“, so Diefenbach. „Deshalb fordere ich ihn auf, schnellstens dafür Sorge zu tragen, dass der Bevölkerung ihre dringend benötigten Arzneimittel wieder zur Verfügung stehen.“

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