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MB warnt Krankenhäuser vor neuem Konflikt um Arbeitszeit

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) hat die Forderung der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) nach einer flexibleren Arbeitszeitorganisation kritisiert. „Die DKG will die Uhr zurückdrehen in eine Zeit, als für Ärztinnen und Ärzte Marathondienste über 30 Stunden an der Tagesordnung waren und Bereitschaftsdienste in der Nacht, an Feiertagen und an Wochenenden nur teilweise als Arbeitszeit anerkannt wurden“, sagte MB-Chef Rudolf Henke heute in Berlin. Statt an der Reduzierung der Arbeitslast in den Krankenhäusern zu arbeiten, rede der Dachverband zusätzlichen Belastungen das Wort. „Dabei weiß auch die DKG zu genau, dass die bestehenden Höchstarbeitszeitgrenzen in vielen Krankenhäusern sträflich missachtet werden und nur etwa die Hälfte der Krankenhäuser sämtliche Arbeitszeiten systematisch erfasst“, so Henke.

Die DKG hatte Ende vergangener Woche ihre europapolitischen Forderungen vorgestellt und sich unter anderem für eine Novellierung der EU-Arbeitszeitrichtlinie und eine Änderung des deutschen Arbeitszeitgesetzes ausgesprochen. Die Krankenhäuser müssten in die Lage versetzt werden, eine finanzierbare und problemorientierte Arbeitszeitgestaltung zu organisieren. „Die Bemühungen um eine patienten- und mitarbeiterfreundliche Arbeitszeitorganisation in den Kliniken muss durch einen Rechtsrahmen begleitet werden, der differenzierte Formen der Arbeitszeit und ihrer Bewertung zulässt“, heißt es im Positionspapier der DKG zur EU-Parlamentswahl im Mai.

„Bereitschaftsdienst ist Arbeitszeit und muss auch so bezahlt werden“, hielt heute MB-Chef Henke dagegen. Die Krankenhäuser hätten es selbst in der Hand, ihre Arbeitsorganisation nach modernen und familienfreundlichen Gesichtspunkten zu gestalten. „Kluge Köpfe im Krankenhausmanagement haben das längst verstanden, in der Deutschen Krankenhausgesellschaft scheint dieser Bewusstseinswandel aber noch etwas Zeit zu brauchen“, so Henke.

Er verwies auf eine Mitgliederbefragung des MB aus dem vergangenen Jahr. Darin hätten fast drei Viertel der Klinikärzte von Beeinträchtigungen ihrer Gesundheit durch die Gestaltung der Arbeitszeiten berichtet, etwa in Form von Schlafstörungen und häufiger Müdigkeit. Knapp die Hälfte habe angegeben, inklusive Überstunden und Bereitschaftsdiensten eine tatsächliche Wochenarbeitszeit von 49 bis 59 Stunden zu haben. Die große Mehrheit habe die Arbeitszeit gerne reduzieren wollen.

Henke warnte die Krankenhäuser davor, einen neuen Konflikt heraufzubeschwören, „indem sie auf europäischer Ebene Errungenschaften des Arbeitnehmer- und Patientenschutzes wieder in Frage“ stellten.

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