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Gröhe: „Niemand wird durch die Reform schlechtergestellt"

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat in einem Interview mit der „Westdeutschen Allgemeinen" (WAZ) den Zeitplan für die Pflegereform verteidigt. Danach soll die Erweiterung der Pflegestufen von 3 auf 5 Pflegegrade erst 2017 vollendet sein. Die Bundesregierung gebe schon jetzt Gas, sagte Gröhe. Es müsse gewährleistet werden, dass die Verbesserungen auch bei den Pflegebedürftigen ankämen. Das werde momentan in der Praxis erprobt. Zudem benötigten die Pflegeeinrichtungen, -dienste und der Medizinische Dienst etwa ein Jahr, um die neuen Regelungen zu realisieren.

Auch soll statt der Minutenpflege künftig der individuelle Unterstützungsbedarf besser abgebildet werden, „unabhängig davon, ob der durch körperliche oder geistige Einschränkungen bedingt ist", sagte der Minister. Bereits 2015 erhielten Demenzkranke in der Pflegestufe null und deren Angehörige mehr Leistungen und erstmals auch einen Anspruch auf Kurzzeit-, Verhinderungs-, Tages- und Nachtpflege. Befürchtungen, dass Pflegebedürftige ohne Demenz ab 2017 schlechtergestellt werden, wies Gröhe in dem Gespräch zurück. „Es wird einen Bestandsschutz geben: Wer heute bereits Leitungen erhält, wird automatisch in die neuen Pflegegrade überführt."

Darüber hinaus forderte der Minister eine faire Bezahlung für Pflegefachkräfte. Nur dann gebe es diese auch in ausreichender Zahl. Auch sieht Gröhe in der Pflege durchaus einen Zukunftsberuf. Für diesen müsse man allerdings „ein Händchen haben, denn man kommt Menschen sehr nahe". Das könne nicht jeder.

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