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KKH: Pflegekosten steigen stärker als Pflegebedürftigkeit

Die Kosten für die Versorgung pflegebedürftiger Menschen steigen deutlich stärker als die Zahl der Betroffenen. Das teilte die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) heute unter Berufung auf interne Auswertungen mit. In den Jahren 2004 bis 2013 nahmen die Ausgaben für die stationäre Pflege danach um 68 Prozent zu, für die ambulante Pflege um 54 Prozent. Die Anzahl der zu pflegenden Menschen stieg im selben Zeitraum um 54 Prozent im stationären und 43 Prozent im ambulanten Sektor. „Das zeigt, dass nicht nur der demografische Wandel die Kostenspirale in der Pflegeversicherung nach oben dreht", sagte KKH-Vorstandschef Ingo Kailuweit in Hannover. Vielmehr hätten sich auch die Ausweitung bestehender und die Einführung neuer Pflegeleistungen oder Leistungsbereiche, wie etwa der Pflegestufe 0, „spürbar auf die Finanzen der Pflegekassen ausgewirkt".

Der KKH-Chef warnte davor, die aktuelle Pflegereform auf die Erhöhung der Finanzmittel und des Leistungsumfangs zu verengen. „Es reicht nicht, den Beitragssatz anzuheben und die Höhe der Leistungen neu zu bestimmen, ohne die bestehenden Qualitätsprobleme zu lösen", so Kailuweit. Die Analyse der KKH habe diverse Pflegemängel festgestellt, die auf unzureichende Sturzprophylaxe in Heimen, mangelnde Kommunikation zwischen Pflegepersonal und Ärzten oder fehlende Zeitressourcen zurückzuführen seien. „Die Politik hat Sorge dafür zu tragen, dass die Pflegebedürftigen nicht nur von monetären Verbesserungen profitieren, sondern für das Geld auch eine qualitativ hochwertige Pflege erhalten."

Ein Ansatz, um bessere Pflegebedingungen zu erreichen, ist für die Kasse „eine Benotung, die sich besser an den Bedürfnissen der zu Pflegenden orientiert". Würden Qualitätsmängel so offengelegt, hätten die Pflegedienstleister ein Interesse daran, ihre Standards zu heben. Die sogenannten Pflegenoten in ihrer jetzigen Form können dies aus Sicht Kailuweits aber nicht leisten. Zwar habe es bereits Verbesserungen an der zugrunde liegenden Bewertungssystematik gegeben. Ein „transparentes Bild der Situation vor Ort" ermöglichten sie aber nach wie vor nicht. Stattdessen erhielten noch immer „viele Pflegeheime die Note sehr gut, obwohl Pflegemängel vorliegen", so der Kassenchef.

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