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Verdi kritisiert UK-SH und Landesregierung

Die Gewerkschaft Verdi hat mit heftiger Kritik auf die geplante Rückkehr des Uniklinikums Schleswig-Holstein (UK-SH) in die Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) reagiert. Mit seinem Beschluss vom Mittwoch signalisiere der Aufsichtsrat, dass er offenbar keinen eigenständigen Tarifvertrag mit der Dienstleistungsgewerkschaft verhandeln wolle, sagte Landesfachbereichssekretärin Sabine Daß. Sie sprach von einer politisch gesteuerten Aktion, über die noch zu reden sein werde. Verdi-Landesbezirksleiterin Karin Hesse warf der Landesregierung Schleswig-Holsteins die Einmischung in laufende Tarifverhandlungen vor.

Der Aufsichtsratsbeschluss folgt unmittelbar auf die Mitte des Monats gescheiterten Tarifverhandlungen für die rund 6.000 nichtwissenschaftlichen Mitarbeiter des UK-SH. Verdi hatte daraufhin zur Urabstimmung über einen Arbeitskampf aufgerufen. Wie die Gewerkschaft heute Nachmittag mitteilte, sprachen sich dabei 97,59 Prozent für einen Arbeitskampf aus. „Dieses starke Ergebnis ist Auftrag, den Tarifkonflikt am UK-SH nun in die nächste Eskalationsstufe zu führen und sichert die rechtlichen Rahmenbedingungen für einen Streik ab", sagte ein Sprecher. Die gestrigen Beschlüsse der Arbeitgeberseite spielten dabei zurzeit keine Rolle. „Ab sofort sind unbefristete Streiks möglich."

Über das konkrete weitere Vorgehen „insbesondere mit der skandalösen Politik der Landesregierung", will Verdi nun intern beraten. Landesfachbereichssekretärin Daß kündigte an, die Tarifkommission werde wie geplant am 11. August zusammen kommen. Dem UK-SH hielt sie vor, die Leistungen seiner Beschäftigten zu missachten. Das könne auch dem Klinikum schaden, denn die konkurrierenden Krankenhäuser im Land hätten in der Regel als Grundlage den Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes, der die Strukturen für Krankenhäuser auch gut abbilde.

Landesbezirkschefin Hesse sieht zudem die Beschäftigten benachteiligt. „Das ist ein Vorgang, den ich von einer sozialdemokratisch geführten Landesregierung nie erwartet hätte und zeigt, dass die Tarifautonomie und das Wissen um die Beschäftigten in der Pflege nicht vorhanden sind oder keine Rolle spielen." Sie warnte vor einer massiven Wettbewerbsverzerrung und forderte, dass die Entscheidung zur Rückkehr in die TdL auch für die 2.500 Beschäftigten in den Service- und anderen Tochtergesellschaften gelten müsse. „Davon haben wir leider bislang nichts gehört."

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