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Kollegen mit familiärem Pflegefall kaum beachtet

72 Prozent der Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern keine passenden Angebote, wenn diese sich um Angehörige kümmern müssen. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung am Freitag und beruft sich dabei auf Vorabergebnisse des Zentrums für die Qualität in der Pflege (ZQP). Demnach halten zwei Drittel der 200 befragten Unternehmen die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege für wichtig (76 Prozent). Allerdings biete der Großteil der Unternehmen (72 Prozent) keine Angebote an, um sie zu ermöglichen. Schlimmer noch: Sie wollen dies laut der Umfrage auch künftig nicht tun.

Danach seien die größeren Firmen zwar besser auf die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf eingestellt. 43 Prozent der Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern halten betriebsinterne Angebote vor. Bei den Unternehmen zwischen 50 und 249 Mitarbeitern sind jedoch nur 13 Prozent für einen solchen Fall gerüstet. Unter den bestehenden Angeboten spielen die Nutzung von Arbeitszeitkonten, flexible Arbeitszeiten und individuelle Absprachen mit den Arbeitsnehmern die größte Rolle. Die Möglichkeiten, von Zuhause zu arbeiten oder sich den Arbeitsplatz zu teilen, sind den Ergebnissen in dem Bericht zufolge weitaus weniger ausgeprägt. Nur etwa ein Fünftel der Unternehmen schule seine Führungskräfte im Umgang mit dem Thema Pflege.

Breite Ablehnung findet bei den Unternehmen offenbar auch das seit Januar geltende Gesetz zur Pflegezeit. 63 Prozent schätzen laut dem Bericht die nun mögliche Arbeitszeitreduzierung als schlecht umsetzbar ein. Skepsis herrscht auch bei der Frage, ob ein Arbeitnehmer zur Sterbebegleitung eine Auszeit nehmen kann. 53 Prozent halten diese Regelung laut der vorliegenden Umfrage für wenig praktikabel. Selbst die maximal zehn Tage, die Arbeitnehmer im akuten Pflegefall frei nehmen können, um die nötigsten Dinge für ihre Angehörigen zu erledigen, bewertet ein Drittel der Arbeitgeber als problematisch. Besonders kleinere Unternehmen von 16 bis 49 Mitarbeitern sehen sich demnach außer Stande, den vorübergehenden Ausfall eines Mitarbeiters zu kompensieren.

Nach einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung pflegen derzeit bereits fünf bis sechs Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung einen Angehörigen. Zwei Drittel davon seien berufstätig, Tendenz steigend.

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