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Barmer erwartet drastisches Nachfrageplus bei Pflegekräften

Der Bedarf an Pflegefachkräften wird sich bis zum Jahr 2050 aufgrund der alternden Bevölkerung massiv erhöhen. Das prognostizierte der Vorstandsvorsitzende der Barmer GEK, Christoph Straub, bei der Vorstellung des Barmer-Pflegereports 2015 am Dienstagvormittag in Berlin. Der Bremer Professor für Gesundheitsökonomie Heinz Rothgang sprach dabei von einer erwarteten Verdopplung. Der Pflegeberuf müsse vor diesem Hintergrund attraktiver werden, forderten Straub und Rothgang. Schließlich müsse angesichts des zu erwartenden Bevölkerungsrückgangs ein höherer Anteil der jungen Menschen für diesen Beruf gewonnen werden.

Zurückhaltend positionierte sich Straub dabei zu der Frage, ob die von der großen Koalition geplante Einführung einer generalistischen Pflegeausbildung anstelle der bisherigen drei Berufsbilder der Gesundheits- und Kranken-, Alten- und Kinderkrankenpflege zu einer höheren Attraktivität des Berufes führen könnte. Der Krankenkassenchef sagte, er sei auch nach Abwägung aller Argumente letztlich nicht in der Lage, das zu beurteilen. Zumal vielfach nicht klar sei, welche Motive die unterschiedlichen Akteure in dieser Frage antrieben. Als Mediziner habe er jedoch die Erfahrung gemacht, dass das Modell der Grundausbildung weniger entscheidend sei als die späteren Möglichkeiten der Fortbildung und Fokussierung im Laufe des Arbeitslebens.

Laut Barmer-Daten steigt die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland derzeit stärker als bislang vorausgesagt. Der Prognose zufolge werde im Jahr 2060 4,52 Millionen Menschen pflegebedürftig sein. Das seien 221.000 mehr als bisherige Prognosen erwarten ließen. Dabei werde vor allem der Anteil der Männer steigen. Hier wird ein Anstieg um 176.000 vorausgesagt. In den Jahren 1999 bis 2013 sei die Zahl der Pflegebedürftigen um etwa 30 Prozent und die der stationären Betten um 40 Prozent gestiegen. Die Zahl der Pflegedienstbeschäftigten habe in Vollzeitäquivalenten gerechnet sogar um 70 Prozent zugenommen. „Der Kapazitätsausbau hat dazu geführt, bekannte Versorgungsdefizite im ambulanten Bereich und Wartelisten im stationären abzubauen", heißt es in dem Report.

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