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Report prognostiziert hohes Investitionsdefizit für deutsches Pflegesystem

Unser Pflegesystem braucht bis zum Jahr 2030 rund 80 Milliarden Euro an Investitionen, um den zusätzlichen Bedarf von 321.000 stationären Pflegeplätzen und 345.000 Vollkräften zu deckeln. Das ist ein zentrales Ergebnis des „Pflegeheim Rating Reports 2015", den das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI), die Philips GmbH und das Insitute for Health Care Business (hcb) GmbH gemeinsam erarbeitet haben. Die Mittel seien vor allem Investitionen, „die in Beton und Bettgestelle fließen", sagte der Gesundheitsökonom Sebastian Krolop heute in Hamburg.

Zwar sei aktuell die wirtschaftliche Lage der deutschen Heime gut, heißt es in der entsprechenden Mitteilung. Allerdings steige die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2030 um rund ein Drittel an. Unser Gesundheitssystem könne das starke Wachstum durch ein reines „weiter so" nicht bewältigen, warnte Krolop, der auch einer der Studienautoren ist. „Wir benötigen jetzt Reformen, welche die Bedürfnisse der zu Pflegenden berücksichtigen, die Angehörigen nicht übermäßig belasten und den Kollaps, auch mit Hilfe von Technologien, langfristig vermeiden", so Krolop weiter.

Darüber hinaus offenbart die Erhebung, dass der Anteil der leichten Pflegefälle (Pflegestufe 1) in den Heimen in den vergangenen 15 Jahren um rund 25 Prozent gestiegen sei. Der Analyse zufolge kommen heute etwa 70 Prozent der Heim-Neuzugänge direkt aus dem Krankenhaus. Es sei unverständlicherweise nicht gelungen, „das ambulante Setting so zu gestalten, dass leichte Pflegefälle länger in ihrer gewohnten häuslichen Umgebung bleiben können […]. Es scheint sogar, dass heute leichte Fälle schneller im Heim landen als noch vor zehn Jahren", kritisierte Krolop. Es liege die Vermutung nahe, „ dass durch die Umstellung auf das DRG-System in den Krankenhäusern eine Art ‘Outsourcing von Pflege‘ aus dem Krankenhaus in Richtung Pflegeheim zustande gekommen ist", heißt es in der Mitteilung weiter.

Die Studienautoren schlagen in ihrer Untersuchung auch Lösungen vor. So könnte unter anderem der Einsatz von Technologien und die Bildung von Netzwerken den Kollaps des Pflegesystems verhindern.

 

 

 

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