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Pflegeforschung gegen Aufschub der Generalistik

Der Leiter des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung (dip), Frank Weidner, hat sich klar gegen die Aussetzung des Gesetzgebungsverfahrens zur Pflegeberufsreform ausgesprochen. Pflegewissenschaft- und –pädagogik verfügten seit Mitte der 90er-Jahre über ausreichend Kenntnisse, dass die zu vermittelnden Kompetenzen für die pflegerische Versorgung von Kindern, Erwachsenen und älteren Menschen eine sehr große Schnittmenge hätten, sagte der Pflegeprofessor am Montag gegenüber dem Pflegeportal Station24.

Hinzu komme, dass mehr als sechs Jahre vergangen seien, seitdem die damalige Bundesregierung sich eine Zusammenführung der drei Ausbildungsberufe vorgenommen habe. „Es liegt inzwischen ein zukunftsfähiger Gesetzesentwurf vor, der vieles von dem berücksichtigt, was den Erkenntnissen entspricht. Daher sollte man ihn jetzt auch umsetzen", so Weidner im Gespräch mit Station24 weiter.

Die Initiatoren des am vergangenen Freitag in Berlin vorgestellten Moratoriums fordern unter anderem eine „Risikofolgenabschätzung" zur generalistischen Ausbildung. Allerdings verfügen dem Pflegeforscher zufolge die meisten Bundesländer noch nicht einmal über Landesberichterstattungen für Pflegeberufe. Folglich müssten viele grundsätzliche Daten beispielsweise zu Schulen, betrieblichen Einrichtungen und den jeweiligen Personalverteilungen erst einmal erhoben werden. Ein Moratorium würde allein deshalb schon viele Jahre in Anspruch nehmen, so Weidner gegenüber Station24. Zwar gebe es noch offene Fragen wie etwa die Finanzierung und die konkrete Umsetzung der praktischen Ausbildung. Und auch die Sorgen der Berufsangehörigen hinsichtlich eines Verlustes ihrer professionellen Identität müsse man ernst nehmen. „Aber das alles sind keine Gründe, um den Gesetzgebungsprozess zu stoppen", sagte Weidner.

 

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