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„In der ambulanten Pflege fehlen 50.000 Beschäftigte"

Michael Isfort hat die Personalsituation in der ambulanten Pflege als problematisch bezeichnet. Insgesamt fehlten derzeit 37.500 Vollzeitkräfte, das seien rund 50.000 Beschäftigte. Der Pflegewissenschaftler und Studienleiter am Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung (dip) nannte diese Zahlen im Rahmen der Präsentation des Pflege-Thermometers 2016 auf dem Deutschen Pflegetag in Berlin, das eine repräsentative Befragung der ambulanten Pflegedienste in Deutschland darstellt.

„Für ambulante Dienste wird es immer schwieriger, qualifiziertes Personal zu finden und zu halten", sagte Isfort. Dies sei angesichts der steigenden Zahlen von Pflegebedürftigen im häuslichen Bereich und deren zunehmenden Problemlagen bedenklich. Insgesamt sei die ambulante Pflege weiter auf Wachstumskurs. „In fast allen Bundesländern steigt die Anzahl an ambulanten Diensten", konstatierte Isfort. Zudem gehe es den meisten Unternehmen wirtschaftlich gut:„66 Prozent der befragten Dienste gab an, ihren Umsatz in 2015 gegenüber 2014 gesteigert zu haben. Rund 57 Prozent planen einen weiteren Ausbau ihres Pflegedienstes für das Jahr 2016."

Einige Probleme führten dennoch dazu, dass ambulante Pflegedienste ihr Potenzial nicht voll entfalten könnten. Limitierend wirke etwa die unzureichende Refinanzierbarkeit mancher erbrachter Leistungen. „Zwei Drittel aller befragten Pflegedienste können Leistungen in Krisensituationen und zur Sterbebegleitung nicht kostendeckend durchführen", so Isfort. Zudem gehörten insbesondere Beratungsbesuche zu den nicht gedeckten Leistungsarten. Auch sei die Versorgung von Klienten mit einer Anfahrtszeit von mehr als 25 Minuten nicht wirtschaftlich darstellbar. „Viele Pflegedienste bieten diese Leistungen im Sinne einer ganzheitlichen pflegerischen Versorgung aber trotzdem an", sagte Isfort.

Die Studienergebnisse des Pflege-Thermometers 2016 werden ausführlich in der Mai-Ausgabe der Fachzeitschrift „Die Schwester Der Pfleger" vorgestellt. Das Pflege-Thermometer ist eine seit 2002 erscheinende Studienreihe des dip, die verschiedene Settings der Pflege in den Fokus nimmt.

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