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Rüddel fordert Paket für Pflegeassistenz

Für Hauptschüler muss der Weg in einen Pflegeberuf offengehalten werden, unabhängig von der Frage, in welche Richtung die Pflegeausbildung nun weiter reformiert wird. Das fordert der pflegepolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Erwin Rüddel im Gespräch mit Station24. Der Abgeordnete spricht sich für eine deutschlandweit einheitliche Pflegeassistenz-Ausbildung mit einer Dauer von zwei Jahren aus.  

Derzeit gibt es in den Bundesländern unterschiedliche Pflegehelfer-Ausbildungen mit einer Ausbildungszeit von in der Regel einem Jahr. Laut Daten des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ), die Station24 vorliegen, ist die Zahl der Pflegehelfer in der Altenpflege ist seit dem Jahr 1999 um 77 Prozent auf 85.000 gestiegen. Zum Vergleich: Die Zahl der voll ausgebildeten Fachkräfte in diesem Bereich beträgt 375.000. In den Krankenhäusern sank die Zahl der Krankenpflegehelfer im selben Zeitraum dagegen deutlich um 26 Prozent auf 18.000.

Rüddel sieht Handlungsbedarf. Eine Pflege-Ausbildung, die auf Basis der EU-Richtlinie zur Anerkennung von Berufen beruhe, werde dazu führen, dass Hauptschüler diese aufgrund der hohen inhaltlichen Ansprüche generell meiden, erklärte Rüddel. „Wir brauchen aber auch die Hauptschüler in der Pflege", stellt er klar. Die Bundesregierung plant eine generalistische Pflegeausbildung, bei der die bisherigen drei Berufsbilder der Gesundheits- und Kranken-, der Gesundheits- und Kinderkranken- sowie der Altenpflege zu einem einzigen Abschluss zusammengefasst werden, der dann EU-weit Anerkennung findet. Rüddel ist gegen diesen Ansatz, hält die Neuregelung der Assistenzberufe aber unabhängig davon für geboten.

Sollte im weiteren parlamentarischen Verfahren das Gesetz für eine Reform der Pflegeberufe in Richtung einer integrierten Ausbildung geändert werden, bei der die Auszubildenden aller Pflegerichtungen ein oder zwei Jahre gemeinsam lernen, ehe sie sich spezialisieren und einen der bisherigen Abschlüsse erwerben, kann Rüddel sich vorstellen, dass die Möglichkeit einer Prüfung nach zwei Jahren besteht, um weiter als Pflegeassistenz zu arbeiten und das dritte Ausbildungsjahr nicht mehr mitzumachen.

„Parallel sollten die Länder verpflichtet werden, eine zweijährige Assistenzausbildung zu etablieren", fordert der CDU-Politiker Dies sei in jedem Fall geboten, selbst wenn sich eine Mehrheit im Bundestag und Bundesrat doch noch für die Generalistik entscheide oder die Reform generell verschoben werde. „Die Länder sollten auch klar definieren, welche Tätigkeiten die Absolventen dieser Ausbildungsgänge erbringen dürfen. Die künftigen Pflegeassistenten sollten dann auch anteilig in die Fachkraftquoten einbezogen werden. Ziel ist laut Rüddel, den „Flickenteppich" der Bundesländer zu beseitigen. Er könnte sich auch gut vorstellen, die Pflege, insbesondere die Pflegeassistenz, auf Bundesebene im Rahmen des Berufsbildungsgesetzes zu regeln.

Von einer einheitlichen Assistenzausbildung erhofft sich Rüddel auch eine bessere Bezahlung. „Bisher werden Pflegehelferinnen und Pflegehelfer oft lediglich auf dem Niveau angelernter Kräfte bezahlt", erklärt er. Mit der Assistenzausbildung könne dieser Missstand beseitigt werden.

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