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Correctiv: Medizinische Versorgung bei 60 Prozent der Heime mit Mängeln

Mehr als die Hälfte der deutschen Heime zeigt Auffälligkeiten bei der Versorgung mit Nahrung und Flüssigkeit, dem Umgang mit Schmerz- und Inkontinenzpatienten, der Wundversorgung sowie der Medikamentengabe. Das berichtete vergangene Woche die Zeitung „Die Welt" unter Berufung auf eine gemeinsame Analyse mit dem Recherchezentrum „Correctiv". Danach weisen gut 60 Prozent der Pflegeeinrichtungen in mindestens einer dieser Versorgungskategorien Probleme auf. So hätten entsprechende Prüfungen ergeben, dass in mehr als 50 Prozent der Heime die Medikamentenverabreichung nicht richtig verlaufe. Auffälligkeiten bei der Nahrungs- und Flüssigkeitsversorge gebe es bei rund ein Drittel der untersuchten Einrichtungen.

Vor allem in Rheinland-Pfalz fallen der Erhebung zufolge Heime negativ auf. Hier schnitten 80 Prozent bei mindestens einer medizinisch relevanten Untersuchungskomponente schlecht ab. Gefolgt wird Rheinland-Pfalz laut der Analyse von Bayern, wo rund 77 Prozent der Einrichtungen Mängel zeigten, und Schleswig-Holstein (72 Prozent). Eine bessere Versorgung gebe es beispielsweise in den neuen Bundesländern. So wiesen in Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg rund 50 Prozent der Heime mindestens ein schlecht bewertetes Prüfkriterium auf.

Anlässlich dieser Recherchen warnte der Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes des GKV-Spitzenverbands (MDS), Peter Pick, am Freitag in Essen, dass es falsch sei, bei jedem festgestellten Mangel daraus zu schließen, dass die Qualität eines Heims insgesamt mangelhaft sei. „In den heutigen Veröffentlichungen wird dies zum Teil verkürzt dargestellt. Daher müssen die von Correctiv veröffentlichten Daten sorgsam interpretiert werden." Kern der MDK-Prüfung sei die Inaugenscheinnahme der Pflegebedürftigen. Dabei prüften die Zuständigen konkret, wie die betroffenen Menschen gepflegt würden. „Es trifft nicht zu, dass der MDK seine Prüfungen auf die Dokumentation beschränkt", betonte Pick. Dennoch räumte er ein, dass die Pflegenoten in der aktuellen Form den Verbrauchern keine ausreichende Aussagefähigkeit böten. „Ursache des Problems ist, dass die vom MDK festgestellten Prüfergebnisse nicht vollständig und beschönigend in den Pflegenoten dargestellt werden. Somit werden vom MDK festgestellte Missstände nur auf den zweiten Blick erkennbar."

>> Zur Correctiv-Recherche

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