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Ärzte sehen informierte Patienten kritisch

Viele Ärzte scheinen die eigenständige Online-Recherche ihrer Patienten als problematisch anzusehen. Das ist das Ergebnis einer Online-Umfrage, die die Bertelsmann Stiftung gestern zusammen mit der Barmer GEK in Gütersloh präsentierten. Knapp die Hälfte der 804 befragten Mediziner bewertete demnach die Selbstinformation als Arbeitsbelastung, da sie unangemessene Erwartungen und Ansprüche beim Patienten fördere. Fast ein Drittel befürchte, hierdurch werde das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient beeinträchtigt. Knapp 10 Prozent gaben demnach sogar an, sich zu ärgern, dass sich der Patient nicht zuerst an sie gewandt hat. Die Ergebnisse zeigten jedoch auch: Nur jeder zweite der befragten Mediziner hat vertrauenswürdiges Informationsmaterial in seiner Praxis ausliegen.

Das wachsende Interesse von Laien an gesundheitsbezogenen Themen sei ein unumkehrbarer Trend, sagte das Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung Dr. Brigitte Mohn. Ärzte sollten dies als Chance begreifen und fördern. Den gut informierten Patienten, der mit dem Arzt auf Augenhöhe diskutiere, gab der Vorsitzende der Barmer GEK Christoph Straub in diesem Rahmen sogar als „Ziel aller Beteiligten" aus.

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